Ratgeber

MPC-Methode: Mit dem richtigen Kandidaten neue Kunden gewinnen

MPC steht für Most Placeable Candidate – den Kandidaten, den fast jedes passende Unternehmen gern kennenlernen würde. Wie die Methode funktioniert, wie Sie den richtigen Kandidaten auswählen und was in Deutschland rechtlich dabei gilt.

Christopher Odenkirchen · Stand 21. Oktober 2026 · 3 Min. Lesezeit

Was hinter der Methode steckt

Die MPC-Methode stammt aus der angelsächsischen Personalvermittlung. Statt Unternehmen zu fragen, ob sie gerade jemanden suchen, bietet die Vermittlung einen konkreten, besonders gefragten Kandidaten an. Das Gespräch beginnt damit nicht mit einer Bitte, sondern mit einem Angebot, das für das Unternehmen sofort greifbar ist.

Gelingt das, entsteht oft mehr als eine Vermittlung: Das Unternehmen lernt die Vermittlung kennen und erteilt später weitere Aufträge.

Woran Sie einen MPC erkennen

  • Gefragte Qualifikation: Fachrichtung und Erfahrung, nach denen viele Unternehmen suchen.
  • Klare Wechselmotivation: Der Kandidat will wirklich wechseln und weiß, wohin.
  • Realistische Rahmenbedingungen: Gehaltsvorstellung, Kündigungsfrist und Mobilität passen zum Markt.
  • Belegte Erfolge: Ergebnisse, die sich in zwei Sätzen erzählen lassen.
  • Einverständnis: Der Kandidat weiß, dass und wem Sie ihn vorstellen.

Der Ablauf in sechs Schritten

  1. Kandidat auswählen und Einverständnis einholen. Klären Sie, bei welchen Unternehmen er auf keinen Fall vorgestellt werden möchte – etwa beim aktuellen Arbeitgeber und dessen Wettbewerbern.
  2. Kurzprofil erstellen. Anonymisiert, mit Kurzfassung, belegten Erfolgen und Rahmen. Eine Vorlage finden Sie im Beitrag Kandidatenprofil.
  3. Zielunternehmen finden. Das stärkste Signal ist eine offene Stelle, zu der der Kandidat passt. Unternehmen mit einer solchen Stelle haben einen konkreten Bedarf – und einen Grund, Ihnen zuzuhören.
  4. Ansprechpartner ermitteln. Wer entscheidet über die Stelle? Fachbereichsleitung und Personalabteilung haben unterschiedliche Fragen.
  5. Zulässig Kontakt aufnehmen. Am Telefon mit Bezug zur konkreten Stelle oder über bestehende Kontakte – nicht per Kalt-E-Mail. Erst wenn das Unternehmen zustimmt, schicken Sie das Kurzprofil.
  6. Nachfassen und Termin vereinbaren. Halten Sie fest, wem Sie das Profil wann geschickt haben, und fragen Sie nach einer angemessenen Frist nach.

Die Grenzen der Methode

Den Kandidaten nicht verbrennen

Wird dasselbe Profil breit gestreut, sinkt sein Wert. Unternehmen erkennen ein Profil wieder, das sie von mehreren Seiten bekommen. Stellen Sie gezielt vor – lieber zehn passende Unternehmen als hundert beliebige.

Rechtliche Grenzen

In Deutschland ist Werbung per E-Mail ohne vorherige Einwilligung auch zwischen Unternehmen unzulässig (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Das Massenversenden von Profilen, wie es in manchen Ländern üblich ist, scheidet damit aus. Am Telefon braucht es zumindest eine mutmaßliche Einwilligung des Unternehmens. Einzelheiten stehen im Beitrag Kaltakquise in der Personalvermittlung.

Datenschutz

Auch ein anonymes Profil kann personenbezogen sein. Ohne Einverständnis des Kandidaten geben Sie es nicht weiter.

Warum offene Stellen der bessere Hebel sind

Der klassische MPC-Ansatz sucht Unternehmen, die einen Kandidaten wie diesen „gebrauchen könnten“. Wirksamer ist es, gezielt dort anzusetzen, wo gerade eine passende Stelle offen ist: Der Bedarf ist belegt, die Ansprache ist relevant, und Sie haben einen sachlichen Anlass für den Anruf. Der Aufwand liegt in der Recherche – jeden Tag Jobportale und Karriereseiten nach Stellen durchsuchen, die zu jedem Ihrer Kandidaten passen.

Genau diese Recherche übernimmt matchmaker: Für jeden aktiven Kandidaten werden jede Nacht passende Vakanzen gesucht, mit Begründung bewertet, der Ansprechpartner ermittelt und ein Anschreiben entworfen. Mehr dazu auf Multi-Agentensystem.

Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick zum Stand 21. Oktober 2026 und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Gesetze und ihre Auslegung ändern sich – prüfen Sie Fristen und Einzelheiten vor einer Entscheidung an der jeweiligen Quelle.

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